Abstrakte Illustration zu IPVanish

IPVanish

ipvanish.com
Eigener Testbericht
IPVanish bietet manuelle WireGuard-Konfigurationen, unbegrenzt viele Geräte laut Preisseite und bestand unsere praktischen Prüfungen für DNS, WebRTC, IPv6 und Kill-Switch. Zwei No-Logs-Prüfungen stehen einem historischen Vertrauensbruch und widersprüchlichen Angaben zu Verbindungsdaten gegenüber. Die automatisierte deutsche Geschwindigkeitsmessung steht noch aus, weil IPVanish den WireGuard-Handshake von der öffentlichen IP unseres Messsystems nicht beantwortet.
Vorteile
WireGuard-Konfigurationen für Linux und Router verfügbar
Bereitgestellte WireGuard-Konfiguration über einen normalen Internetzugang erfolgreich geprüft
Unbegrenzte Gerätezahl laut aktueller Preisseite
No-Logs-Prüfungen durch Schellman im Jahr 2025 und Leviathan Security im Jahr 2022
Quartalsweise veröffentlichte Transparenzzahlen
Getrennte Praxistests für DNS, WebRTC, IPv6 und Kill-Switch bestanden
Nachteile
Widersprüchliche Angaben zu Quell-IP, Sitzungsbeginn, Dauer und Datenvolumen auf der No-Log-Seite
Vollständige Prüfberichte sind nur nach Anmeldung im Kundenkonto zugänglich
Herausgabe identifizierender Verbindungsdaten im Jahr 2016 unter dem damaligen Eigentümer
Deutlich höhere Verlängerungspreise nach den Einführungstarifen
30-tägige Rückerstattung gilt nicht für Monatstarife
Servernetz kombiniert weiterhin Festplatten- und RAM-Systeme
Deutscher Rechenzentrumsanschluss erhält keine Antwort auf den WireGuard-Handshake
Vollständiger Test

Geschwindigkeitsmessung noch ausstehend

Dieser IPVanish-Testbericht ist veröffentlicht und die Testnote wird regulär angezeigt. Die automatisierten Werte für Download, Upload und Latenz stehen noch aus. Wir tragen keine Ersatzwerte ein, solange keine vergleichbare deutsche Messreihe vorliegt.

Die bereitgestellte WireGuard-Konfiguration wurde unverändert in zwei getrennten Umgebungen geprüft. Über einen normalen Internetzugang kam der Handshake zustande und die Verbindung endete wie vorgesehen in Frankfurt. Von der öffentlichen IP unseres deutschen Rechenzentrumsanschlusses erhält dieselbe Konfiguration jedoch keine Antwort auf den WireGuard-Handshake. Mehrere Quellports änderten das Ergebnis nicht. Andere WireGuard-Anbieter verbinden sich vom selben Messsystem über denselben UDP-Port erfolgreich. Uhrzeit, Schlüssel, Endpunkt und Tunnelroute wurden ebenfalls kontrolliert.

Damit ist eine allgemeine Störung der Konfiguration ausgeschlossen. Belegt ist, dass IPVanish von dieser konkreten Rechenzentrumsadresse nicht antwortet. Ob der Anbieter die Adresse bewusst filtert oder aus einem anderen internen Grund nicht antwortet, lässt sich von außen nicht unterscheiden. Das Profil bleibt auf dem Messsystem deaktiviert, damit der Dauerbetrieb keine irreführenden Fehlmessungen erzeugt.

Wir arbeiten an einem vergleichbaren alternativen Messpfad. Sobald die Verbindung möglich ist, ergänzen wir die Geschwindigkeitswerte und den Verlauf in diesem Testbericht.

Protokolle und manuelle Konfiguration

IPVanish unterstützt laut eigener Dokumentation WireGuard, OpenVPN und IKEv2. Für Linux und kompatible Router können Kunden im Account Portal eigene WireGuard-Konfigurationen erzeugen. Spätere Messdatensätze müssen das tatsächlich verwendete Protokoll nennen, damit eine sichtbare Geschwindigkeit nicht pauschal auf andere Verbindungsarten übertragen wird.

WireGuard ist in den Apps für Windows, macOS, Android, iOS und mehrere Streaminggeräte verfügbar. OpenVPN bietet zusätzliche Optionen, darunter Scramble zur Erschwerung einfacher Protokollerkennung. Solche Zusatzfunktionen verändern Leistung und Verbindungsverhalten. Sie sind nur dann Teil unserer Messung, wenn das verwendete Profil sie ausdrücklich aktiviert.

Ein eigener Verbindungstest auf dem gewünschten Anschluss bleibt sinnvoll. Die erfolgreiche Verbindung über einen normalen Internetzugang zeigt, dass die bereitgestellte Konfiguration grundsätzlich funktioniert. Sie liefert aber noch keine vergleichbare Aussage zu Download, Upload oder Latenz für Nutzer in Deutschland.

DNS, WebRTC, IPv6 und Kill-Switch

Eine automatische Geschwindigkeitsreihe würde die Prüfung typischer Leckpfade nicht ersetzen. DNS, WebRTC, IPv6 und Kill-Switch wurden deshalb getrennt praktisch geprüft. IPVanish bestand den DNS-Leak-Test, den WebRTC-Leak-Test und den IPv6-Leak-Test. Der Kill-Switch blockierte den Verkehr beim kontrollierten Tunnelausfall wie vorgesehen.

Die grünen Hinweise im aktuellen Teststand beziehen sich auf diese bestätigten Praxistests und nicht auf Werbeaussagen. Sie gelten für den geprüften Teststand. Betriebssystem, App-Version, Protokoll, Browser und lokale Netzwerkkonfiguration können das Verhalten verändern.

Mit unserem DNS-Leak-Test, WebRTC-Leak-Test, IPv6-Leak-Test und der IP-Anzeige können Sie Ihre eigene Verbindung zusätzlich kontrollieren.

No-Log-Aussage mit offenem Widerspruch

IPVanish erklärt, keine Ziele oder Inhalte des Datenverkehrs, IP-Adressen, Verbindungszeitpunkte, DNS-Anfragen, App-Nutzung sowie Upload- und Downloadaktivitäten zu protokollieren. Die Endpunkte und Apps seien so konfiguriert, dass Verkehrsinformationen nicht gespeichert und Verbindungsdiagnosen nach jeder Sitzung verworfen würden.

Auf derselben No-Log-Seite folgt jedoch ein Abschnitt mit der Überschrift zu notwendigen Nutzungsinformationen. Dort nennt IPVanish Benutzername und Ausgangs-IP-Adresse sowie Sitzungsbeginn, Dauer und Datenvolumen. Diese Angaben würden benötigt, um Missbrauch unbegrenzter Verbindungen und Kontodiebstahl zu verhindern. Die Seite erklärt nicht klar, ob diese Felder nur flüchtig verarbeitet, aggregiert oder für einen bestimmten Zeitraum gespeichert werden.

Das ist ein relevanter Widerspruch. Eine Ausgangs-IP-Adresse zusammen mit Sitzungszeit und Dauer kann eine Verbindung einem Konto zuordnen. Die allgemeine Datenschutzrichtlinie sagt dagegen, anonyme Leistungsdaten enthielten keine IP-Adressen, Zeitstempel oder DNS-Anfragen. Ohne eine eindeutige Beschreibung von Speicherort, Verknüpfung und Löschfrist bleibt die öffentliche Dokumentation unpräzise.

Prüfungen aus den Jahren 2022 und 2025

Leviathan Security untersuchte 2022 die No-Logs-Aussagen. Laut der veröffentlichten Zusammenfassung erhielten die Prüfer Zugriff auf Mitarbeiter, Dokumentation, Technik, Serverkonfigurationen und Bereitstellungsabläufe. Das Ergebnis bestätigte nach Anbieterangaben die damalige Richtlinie und fand keine Speicherung von Kundendaten oder Verkehrsinhalten.

Im April 2025 veröffentlichte IPVanish eine weitere Bestätigung durch Schellman Compliance. Die aktuelle Trust-Seite erklärt, Schellman habe Technik und Datenschutzpraxis geprüft und die Übereinstimmung mit der No-Logs-Richtlinie bestätigt. Der öffentliche Text beschränkt das Ergebnis auf Inhalt und Ziel von Kundensitzungen.

Die vollständigen Berichte stehen nicht frei im Web. Kunden können sie nach Anmeldung im Bereich für Sicherheitsberichte des Account Portals lesen. Außenstehende können daher Zeitraum, Stichprobe, Ausnahmen und genaue Kontrolltests nicht vollständig prüfen. Beide Prüfungen sind positive Belege für den jeweiligen Stand, aber keine dauerhafte Überwachung und keine Auflösung des aktuellen Widerspruchs auf der No-Log-Seite.

Datenherausgabe im Jahr 2016

Zu einer ehrlichen Bewertung gehört der historische Vorfall unter dem damaligen Eigentümer Highwinds Network Group. Aus 2016 eingereichten Gerichtsunterlagen ging laut TorrentFreak hervor, dass der Betreiber zunächst erklärte, keine Nutzungsinformationen zu protokollieren. Nach einer weiteren behördlichen Anfrage wurden dann Daten zu einer Zielperson erfasst und an Homeland Security Investigations übermittelt.

Die übergebenen Angaben ermöglichten eine Zuordnung zu einem Comcast-Anschluss. Der Vorgang widersprach der damaligen öffentlichen No-Logs-Aussage. Die zugrunde liegende Ermittlung betraf schwere Straftaten. Für die Bewertung des VPN-Versprechens ist dennoch entscheidend, dass technisch identifizierende Verbindungsdaten erzeugt und herausgegeben wurden, obwohl die Werbung keine solchen Protokolle versprach.

IPVanish wechselte anschließend mehrfach den Eigentümer. StackPath übernahm den Dienst 2017, später ging er an J2 Global, das heute Ziff Davis heißt. Die aktuellen Prüfungen beziehen sich auf die heutige Infrastruktur unter neuer Verantwortung. Sie sind relevanter für den jetzigen Betrieb, löschen den dokumentierten Vertrauensbruch aber nicht aus der Unternehmensgeschichte.

USA, Ziff Davis und Transparenzbericht

IPVanish bezeichnet sich als in den USA ansässiges Unternehmen und gehört zu Ziff Davis. Die Nutzungsbedingungen nennen kalifornisches Recht, einen Gerichtsstand in Los Angeles County sowie eine verbindliche individuelle Schiedsvereinbarung mit Verzicht auf Sammelklagen. Zwingende Verbraucherrechte am Wohnort können davon unberührt bleiben.

Der Transparenzbericht für April bis Juni 2026 nennt 13 Anfragen staatlicher, strafverfolgender oder zivilrechtlicher Stellen und keine National Security Letters. Außerdem wurden 7.725 DMCA-Meldungen und 9.487 Berichte über schädliche Aktivitäten bearbeitet. IPVanish erklärt, dabei keine identifizierbaren Aktivitätsdaten gespeichert oder weitergegeben zu haben. Die Zahlen machen das Anfragevolumen sichtbar, ersetzen aber keine unabhängige Prüfung jedes Falls.

Konto, Zahlungsdaten und App-Analyse

Für ein Konto benötigt IPVanish eine E-Mail-Adresse. Abhängig von Kaufweg und Zahlungsart können Name, Rechnungsanschrift, Kartendaten, IP-Adresse und Affiliate-Daten verarbeitet werden. Die Datenschutzrichtlinie nennt eine Anonymisierung der Kontodaten 45 Tage nach Vertragsende. Zahlungsbezogene Daten verbleiben beim Zahlungsdienstleister mindestens sieben Jahre.

Die Apps verarbeiten laut Richtlinie aggregierte Daten wie Sprache, Gerätemodell, Betriebssystem, Land, Absturzberichte, Sitzungsdauer, Server- und Protokollnutzung, Oberflächeninteraktionen sowie API-Antwortcodes. Dafür werden auch Analysewerkzeuge wie Firebase eingesetzt. Lokale Diagnosedateien sollen dem Support nur zugänglich werden, wenn Nutzer sie ausdrücklich übermitteln.

No-Logs beschreibt damit den Inhalt und die Ziele des VPN-Verkehrs, nicht ein vollständig datenfreies Konto. Wer möglichst wenige Spuren hinterlassen möchte, muss Tunnel, Registrierung, Zahlung, Website und Support getrennt betrachten.

Servernetz und RAM-Umstellung

Die aktuelle Serverseite nennt mehr als 3.400 Server an über 150 Standorten und beschreibt ausdrücklich eine Kombination aus Festplatten- und RAM-Infrastruktur. RAM-Systeme verlieren ihren flüchtigen Inhalt beim Ausschalten. Festplattenserver können Daten dauerhaft speichern, auch wenn IPVanish erklärt, dass die Laufwerke verschlüsselt seien und keine Aktivitätsprotokolle geschrieben würden.

Die Umstellung ist deshalb noch kein netzweiter RAM-Nachweis. Für eine konkrete Verbindung zeigt die öffentliche Standortliste nicht immer eindeutig, welche Hardware verwendet wird. Die No-Logs-Bewertung muss sich weiterhin auf Konfiguration, Kontrollen und Prüfberichte stützen.

Preise, Verlängerung und Rückerstattung

IPVanish bietet Essential und Advanced mit Monats-, Jahres- und zweijähriger Einstiegslaufzeit an. Die Preisseite nennt für längere Laufzeiten reduzierte Erstpreise, danach deutlich höhere Jahrespreise. Ein zweijähriges Angebot verlängert sich nach der ersten Laufzeit jährlich. Steuern kommen abhängig vom Abrechnungsort hinzu, und der Anbieter kann Gebühren nach vorheriger Mitteilung ändern.

Die 30-tägige Geld-zurück-Garantie gilt nur für neue Jahres- und Zweijahresangebote. Monatstarife sind ausgeschlossen. Käufe über App Stores und bestimmte Zahlungsarten können anderen Erstattungswegen folgen. Prüfen Sie vor Abschluss den Gesamtbetrag, den späteren Jahrespreis und den Kündigungstermin.

Die Preisseite verspricht unbegrenzt viele Geräte. Die Nutzungsbedingungen erklären zugleich, IPVanish könne Verbindungen reduzieren oder begrenzen, um den ordnungsgemäßen Betrieb seiner Systeme sicherzustellen. Advanced bündelt weitere Produkte wie Cloud-Speicher, eSIM-Daten und Telefonsupport. Diese Extras verbessern nicht automatisch die VPN-Verbindung und sollten nur bezahlt werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Für wen eignet sich IPVanish?

IPVanish kommt für Haushalte mit vielen Geräten, Nutzer manueller WireGuard-Profile und Menschen infrage, die einen großen Standortkatalog wünschen. Eine vergleichbare deutsche Leistungsbasis fehlt derzeit, weil der Anbieter den WireGuard-Handshake von der öffentlichen Adresse unseres Rechenzentrumsanschlusses nicht beantwortet. Die praktischen Prüfungen für DNS, WebRTC, IPv6 und Kill-Switch waren erfolgreich.

Datenschutzorientierte Nutzer sollten die aktuelle Audit-Historie gemeinsam mit den Einschränkungen lesen. Positiv sind zwei Prüfungen und quartalsweise Transparenzzahlen. Dagegen stehen der Vorfall von 2016, nicht frei zugängliche Vollberichte und widersprüchliche Angaben zu notwendigen Verbindungsdaten.

Für eine Entscheidung über bestimmte Streamingbibliotheken reicht dieser Test nicht aus. Wir haben keine Entsperrgarantie geprüft. Auch Serverzahl, Zusatzprodukte und Einführungspreis ersetzen keinen Test auf dem eigenen Anschluss.

Häufige Fragen

Wie schnell ist IPVanish im Test?

Die automatisierten Geschwindigkeitswerte stehen noch aus. Die bereitgestellte WireGuard-Konfiguration funktioniert über einen normalen Internetzugang, aber IPVanish beantwortet den Handshake von der öffentlichen Adresse unseres deutschen Rechenzentrumsanschlusses nicht. Die Testnote und die übrige Bewertung sind bereits sichtbar. Download, Upload, Latenz und Verlauf ergänzen wir, sobald ein vergleichbarer deutscher Messpfad funktioniert.

Speichert IPVanish Verbindungsdaten?

IPVanish erklärt, keine IP-Adressen oder Verbindungszeitpunkte zu protokollieren. Dieselbe No-Log-Seite nennt jedoch Ausgangs-IP-Adresse, Sitzungsbeginn, Dauer und Datenvolumen als notwendige Nutzungsinformationen. Eine eindeutige öffentliche Erklärung zur Verarbeitung und Löschfrist fehlt.

Was bestätigen die Audits?

Leviathan Security bestätigte 2022 und Schellman 2025 die jeweils geprüfte Umsetzung der No-Logs-Richtlinie. Die vollständigen Berichte sind nur im Kundenkonto verfügbar, deshalb lässt sich der genaue Umfang öffentlich nicht vollständig nachvollziehen.

Wie viele Geräte sind erlaubt?

Die Preisseite bewirbt unbegrenzt viele Geräte. Die Nutzungsbedingungen behalten dem Anbieter vor, Verbindungen zum Schutz des Systembetriebs zu reduzieren oder zu begrenzen.

Gilt die Rückerstattung auch beim Monatstarif?

Nein. Die 30-tägige Geld-zurück-Garantie gilt laut aktueller Preisseite für Jahres- und Zweijahresangebote, nicht für den Monatstarif.

Quellen

IPVanish bietet manuelle WireGuard-Konfigurationen und unbegrenzte Geräte laut Preisseite. Zwei No-Logs-Prüfungen und aktuelle Transparenzzahlen stärken die heutige Einordnung. Der historische Vertrauensbruch, nur für Kunden zugängliche Vollberichte, widersprüchliche Angaben zu Verbindungsdaten und deutlich höhere Verlängerungspreise bleiben wesentliche Einschränkungen. Die automatisierte Geschwindigkeitsmessung steht noch aus, weil der Anbieter den WireGuard-Handshake unseres deutschen Rechenzentrumsanschlusses nicht beantwortet.
Methodik
Wir veröffentlichen eigene Geschwindigkeits- und Leak-Messungen getrennt von Anbieterangaben und externen Prüfberichten. Nicht praktisch geprüfte Bereiche erhalten keine öffentliche Punktnote.
Bewertung zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026