Passwortstärke messen, ohne die Zahl zu überschätzen

Ein Passwortmesser kann Hinweise geben, aber keine Sicherheit garantieren. Dieses Tool berechnet die theoretische Entropie aus Länge und erkannten Zeichenklassen. Das Modell nimmt an, dass jedes Zeichen unabhängig und gleichverteilt gewählt wurde. Bei einem tatsächlich zufällig erzeugten Passwort ist das eine nützliche Näherung. Bei menschlichen Mustern kann sie viel zu optimistisch sein.

Ein Beispiel zeigt die Grenze: Ein langes Wort mit angehängter Jahreszahl enthält Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Ziffern. Das Modell sieht einen großen Zeichenvorrat. Ein Angreifer beginnt jedoch nicht mit allen denkbaren Kombinationen, sondern mit bekannten Passwörtern, Wörterbüchern, Tastaturfolgen und typischen Ersetzungen. Deshalb ist die angezeigte Ratezeit ausdrücklich ein Rechenmodell mit zehn Milliarden Versuchen pro Sekunde, keine Prognose für Ihr Konto.

Der zweite Teil der Prüfung ist oft aussagekräftiger: Taucht das Passwort im Datenbestand von Pwned Passwords auf, sollte es nicht mehr verwendet werden. NIST SP 800-63B verlangt von prüfenden Diensten den Abgleich neuer Passwörter mit Listen bekannter, erwartbarer oder kompromittierter Werte. Ein fehlender Treffer bedeutet allerdings nur, dass der abgefragte Bestand die Kombination nicht kennt.

Bewerten Sie Passwörter deshalb nach vier Fragen: Ist es lang genug, wurde es zufällig gewählt, wird es nur für dieses eine Konto verwendet und ist es nicht als kompromittiert bekannt? Für wichtige Konten kommt ein phishingresistenter zweiter Faktor oder ein Passkey hinzu.

So schützt der Leak-Abgleich das eingegebene Passwort

Der Browser bildet lokal den SHA-1-Hash und sendet nur die ersten fünf Hex-Zeichen an die Range-Schnittstelle von Pwned Passwords. Die Schnittstelle antwortet mit vielen passenden Hash-Endungen. Der Browser vergleicht die gesuchte Endung lokal. Das ist das von Have I Been Pwned dokumentierte k-Anonymity-Verfahren.

SHA-1 wird hier nicht zur Passwortspeicherung oder als Sicherheitsverfahren verwendet, sondern nur als Suchschlüssel für diesen Datenbestand. Das Passwort selbst und der vollständige Hash werden nicht an den Prüfdienst übertragen. Die theoretische Entropieanalyse bleibt vollständig im Browser.

Passende Prüfungen und Ratgeber

Quellen und technische Grundlagen