
Geschwindigkeit
Für Proton VPN erfassen wir keine einmalige Momentaufnahme, sondern eine fortlaufende Messreihe. Die Werte für Download, Upload und Latenz stammen aus wiederholten, automatisierten Testläufen über das WireGuard-Protokoll zu einem deutschen Serverstandort. Weil diese Reihe ständig fortgeschrieben wird, verzichten wir im Text bewusst auf konkrete Zahlen, Laufzahlen und Zeiträume. Jeder neue Lauf würde sie sofort veralten lassen.
Den aktuellen Stand finden Sie in der dynamischen Messkarte dieser Seite. Sie zeigt die jüngsten Werte und den Verlauf, einschließlich der Spanne zwischen niedrigsten und höchsten beobachteten Ergebnissen. Diese Darstellung ist aussagekräftiger als ein statischer Textwert, denn Geschwindigkeit und Latenz schwanken naturgemäß. Mögliche Ursachen sind Tageszeit, Auslastung des Zielservers, die Kapazität der Messumgebung oder die Route zwischen Messpunkt und Server. Solche Schwankungen schreiben wir nicht automatisch dem Anbieter zu.
Zur Einordnung: Die Messreihe bildet ausschließlich die Verbindung über WireGuard zu einem deutschen Endpunkt ab. Sie erlaubt keine verlässliche Aussage über andere Protokolle, andere Länderstandorte oder andere Netzwerkbedingungen. Da uns keine dokumentierte Vergleichsmessung ohne VPN vorliegt, leiten wir keine prozentuale Verlangsamung ab. Aus den Zahlen ergibt sich außerdem keine Rangfolge gegenüber anderen Anbietern, weil dafür eine gemeinsame, dokumentierte Vergleichsbasis fehlt.
Ergänzend prüfen wir stündlich, ob der deutsche Server erreichbar ist. In der vorliegenden Messreihe war er bei jeder dieser Prüfungen erreichbar. Das spricht für eine stabile Grundverfügbarkeit des getesteten Endpunkts. Es ist aber ausdrücklich kein Sicherheits- oder Datenschutztest und sagt nichts über Verschlüsselung, Protokollierung oder Datenlecks aus.
Sicherheit und Datenschutz
Der am besten belegte Punkt ist die wiederholte externe Prüfung der No-Logs-Politik. Laut dem offiziellen Proton-Blog hat Proton VPN zum fünften Mal in Folge ein unabhängiges externes Audit seiner No-Logs-Richtlinie bestanden. TechRadar berichtet, die Prüfungsfirma Securitum habe bestätigt, dass sich Proton VPN strikt an diese Richtlinie hält.
CyberInsider ergänzt zum fünften Audit: Die Infrastruktur speichert weder Browsing-Aktivitäten noch DNS-Anfragen noch Verbindungsmetadaten, und es gibt keine Aufzeichnungen, die Nutzer mit bestimmten VPN-Aktivitäten verknüpfen könnten. Ein Audit, das sich über mehrere Jahre wiederholt, ist ein stärkeres Signal als eine einmalige Prüfung, weil es zeigt, dass die Praxis über längere Zeit geprüft wurde. In der Nutzer-Community wird die Bestätigung positiv aufgenommen, etwa in einem Reddit-Beitrag, der das Audit als Bestätigung der strikten No-Logs-Politik darstellt. Das ist eine Nutzerstimme und kein eigenes Testergebnis.
Unser eigener Messaufbau kann diesen Punkt nicht zusätzlich verifizieren. Die aktuelle Messung identifiziert keinen DNS-Resolver und liefert deshalb keinen DNS-Leak-Test. Wir behaupten daher weder ein bestandenes noch ein fehlgeschlagenes Ergebnis. Unsere Einschätzung zur No-Logs-Praxis stützt sich allein auf die genannten externen Auditberichte.
Drei kritische Drittmeldungen sollten Sie kennen, alle mit Vorbehalt:
- Angeblicher Datenabfluss: InsecureWeb behauptet, ein Angreifer mit dem Namen Ninja Defender habe unautorisierten Zugriff auf ProtonVPN.com erlangt und etwa 105 KB Daten erbeutet, hauptsächlich E-Mail-Adressen von Nutzern. Neu in dieser Fassung: Eine der Angaben ordnet den Vorfall dem September 2023 zu und nennt ihn „protonvpn 09-2023 leaked by Ninja Defender“. Eine andere Angabe derselben Quelle nennt kein Datum. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Wir stufen die Meldung deshalb als unbelegte Behauptung ein, nicht als bestätigten Vorfall.
- Gemeldete Schwachstelle: Cyberpress berichtet, das Unternehmen Venak Security habe bei der Schlüsselgenerierung private WireGuard-Schlüssel aus dem Arbeitsspeicher der Proton-VPN-Implementierung extrahieren können. Dem Bericht zufolge betraf das rund 500 Millionen Proton-VPN- und Proton-Pass-Konten und hätte Angreifern potenziell eine Überwachung des Datenverkehrs in Echtzeit ermöglicht. Es handelt sich um einen Bericht über eine Schwachstelle, nicht um eine bestätigte Datenpanne bei Proton. Eine Bestätigung durch Proton selbst liegt uns nicht vor.
Diese Meldungen stehen neben dem mehrfach bestätigten No-Logs-Audit, widerlegen es aber auch nicht. Das Audit bezieht sich auf die Protokollierungspraxis, die Meldungen betreffen andere Fragen, nämlich einen möglichen Zugriff auf Kontodaten und eine Schwachstelle in der Schlüsselgenerierung. Wenn Ihnen Transparenz wichtig ist, sollten Sie die weitere Entwicklung beobachten.
Anbieter und Jurisdiktion
Proton VPN wurde 2017 gestartet und wird von der Proton AG betrieben, einem Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Dieselbe Firma betreibt auch den E-Mail-Dienst Proton Mail. Die Jurisdiktion ist damit die Schweiz.
Zur Eigentümerstruktur gibt es zwei sich ergänzende Angaben. Laut der offiziellen Support-Seite von Proton ist der Hauptanteilseigner die gemeinnützige Proton Foundation. Revenuememo berichtet, die Proton Foundation sei seit 2024 der größte stimmberechtigte Aktionär der Proton AG, die hinter Proton Mail und Proton VPN steht. Beide Angaben passen zusammen: Ein gemeinnütziger Träger hält die größte Stimmenmacht beim Betreiber. Die Aussage von Revenuememo stammt von einer Drittquelle, die Angabe auf der Support-Seite vom Anbieter selbst.
Dass der Dienst seit 2017 am Markt ist und aus demselben Haus wie Proton Mail stammt, spricht für Kontinuität beim Betreiber. Aussagen zu gesetzlichen Herausgabepflichten oder internationalen Datenaustauschabkommen lassen sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten, deshalb treffen wir dazu keine.
Preise
Mehrere Quellen beschreiben bei Proton VPN ein wiederkehrendes Preismodell. Laut HighSpeedInternet.com bietet Proton Neukunden Rabatte von bis zu 65 Prozent an, bei der Verlängerung gilt aber der höhere Standardpreis. CyberNews bestätigt das Muster: Reduzierte Einführungspreise gelten nur für die erste Vertragslaufzeit, danach verlängert sich das Abonnement zu höheren regulären Preisen. VPN.com berichtet, Proton habe bestehenden Abonnenten bei der Verlängerung historisch denselben Preis gewährt, behalte sich aber vor, die Preise zwischen den Abrechnungszyklen anzupassen. Die Quellen sind sich also in der Tendenz einig, widersprechen sich aber teilweise in der Frage, wie streng die Anpassung in der Praxis gehandhabt wird.
Auf der offiziellen Preisseite gibt Proton für den kostenlosen Tarif einen Preis von 0,00 $ pro Monat an. Wer den Anbieter zunächst unverbindlich kennenlernen möchte, kann damit ohne Zahlungsverpflichtung starten. Zu Funktionsumfang und Einschränkungen des kostenlosen Zugangs gegenüber den Bezahltarifen liefern die vorliegenden Daten keine Details, deshalb treffen wir dazu keine Aussage.
Die Preisseite listet außerdem verschiedene Abonnementpläne mit unterschiedlich hohen Rabatten. Die maximal genannten 65 Prozent sind eine Obergrenze und nicht für jeden Plan zu erwarten. Bevor Sie ein kostenpflichtiges Abo abschließen, sollten Sie daher den Verlängerungspreis genau prüfen und mit dem Einstiegspreis vergleichen.
Für wen geeignet
Die vorliegenden Belege sprechen für Proton VPN, wenn Ihnen eine mehrfach extern geprüfte No-Logs-Politik wichtig ist. Das gilt auch, wenn Sie einen Anbieter mit transparent dokumentierter, gemeinnützig verankerter Struktur in der Schweiz bevorzugen. Der Betreiber ist seit 2017 am Markt und hat mit Proton Mail ein weiteres bekanntes Produkt. Das kann Ihnen bei der Wahl eines etablierten Anbieters mit erkennbarer Historie helfen.
Wenn Sie die tatsächliche Verbindungsleistung zu einem deutschen Serverstandort über WireGuard beobachten möchten, nutzen Sie dafür die Messkarte dieser Seite. Sie zeigt den Verlauf fortlaufend und ersetzt eine einzelne Momentaufnahme. Der dokumentierte kostenlose Tarif ist für Sie interessant, wenn Sie den Anbieter vor einer Kaufentscheidung ohne Kosten kennenlernen möchten. Für Neukunden mit Interesse an einem Bezahlabo können die Einführungsrabatte attraktiv sein, sofern Sie den späteren Preis einkalkulieren.
Weniger passend ist der Dienst, wenn Sie ausschließlich den günstigsten Dauerpreis für ein Bezahlabo suchen. Mehrere Quellen berichten übereinstimmend von höheren Preisen nach der Einführungslaufzeit. Wenn Sie eine von uns selbst durchgeführte Leak-Prüfung inklusive DNS-Leak-Test erwarten, beachten Sie, dass unser aktueller Messaufbau dazu keine Aussage liefert. Hier stützen wir uns auf die externen Auditberichte. Wer die unbestätigten Drittmeldungen zu einem angeblichen Datenabfluss und zur gemeldeten WireGuard-Schwachstelle ernst nimmt, sollte deren Entwicklung im Auge behalten.
Häufige Fragen
Wo sitzt Proton VPN rechtlich, und wem gehört der Dienst?
Proton VPN wurde 2017 gestartet und wird von der Proton AG mit Sitz in der Schweiz betrieben. Hauptanteilseigner ist die gemeinnützige Proton Foundation, laut Revenuememo seit 2024 der größte stimmberechtigte Aktionär.
Wurde die No-Logs-Politik unabhängig geprüft?
Ja. Laut Proton-Blog und TechRadar wurde sie zum fünften Mal in Folge extern geprüft, wobei Securitum die strikte Einhaltung bestätigte. CyberInsider berichtet, dass dabei weder Browsing-Aktivitäten, DNS-Anfragen noch Verbindungsmetadaten gespeichert wurden.
Gab es einen Datenabfluss bei Proton VPN?
InsecureWeb behauptet einen Abfluss von etwa 105 KB, hauptsächlich E-Mail-Adressen, und nennt in einer Angabe den September 2023. Die Meldung ist unabhängig nicht bestätigt. Der Cyberpress-Bericht zur WireGuard-Schlüsselextraktion betrifft eine gemeldete Schwachstelle und keine bestätigte Datenpanne.
Gibt es einen kostenlosen Tarif, und wie teuer wird das Abo?
Laut offizieller Preisseite kostet der kostenlose Tarif 0,00 $ pro Monat. Neukunden erhalten laut HighSpeedInternet.com Rabatte von bis zu 65 Prozent, bei der Verlängerung gilt der höhere Standardpreis. Zu den Funktionsunterschieden gegenüber den Bezahltarifen liegen uns keine Details vor.
Wie schnell ist Proton VPN?
Die Geschwindigkeit erfassen wir fortlaufend über WireGuard zu einem deutschen Serverstandort. Die aktuellen Werte und den Verlauf finden Sie in der Messkarte dieser Seite, im Text nennen wir bewusst keine Zahlen.