
Testaufbau und Aussagekraft
Dieser Testbericht trennt eigene Messungen, Angaben des Anbieters und Ergebnisse externer Prüfungen. Unser Messsystem baut wiederkehrend eine Verbindung zu einem deutschen NordVPN-Endpunkt auf und erfasst Download, Upload und Latenz. In der aktuellen Reihe kommt dafür das Protokoll OpenVPN zum Einsatz. Zusätzlich läuft eine Erreichbarkeitsprüfung für denselben Endpunkt.
Der Messbereich oberhalb dieses Artikels zeigt aktuelle Werte und den Verlauf der Reihe. Neue Läufe ersetzen schrittweise ältere Daten. Deshalb kopieren wir bewusst keine konkreten Geschwindigkeitszahlen, Messzeiträume oder Laufzahlen in den Fließtext. Für den aktuellen Stand ist ausschließlich der Messbereich maßgeblich, nicht dieser Artikeltext.
Die Reihe beschreibt einen konkreten deutschen Messpfad. Sie belegt nicht, dass NordVPN auf jedem Anschluss, mit jedem Protokoll und an jedem Standort dieselbe Leistung erreicht. Routing, Auslastung, Gegenstelle und die Anbindung des Messsystems beeinflussen das Ergebnis. Da keine zeitgleiche Vergleichsmessung derselben Verbindung ohne VPN vorliegt, nennen wir keinen prozentualen Geschwindigkeitsverlust. Wir leiten aus den Zahlen auch keine Rangfolge gegenüber anderen Anbietern ab und schreiben Schwankungen nicht automatisch dem Anbieter zu.
Ein DNS-Leak-Test ist nicht Teil der aktuellen Messung. Wir machen deshalb keine Aussage zu einem bestandenen oder nicht bestandenen DNS-Leak-Ergebnis.
Geschwindigkeit richtig einordnen
Download, Upload und Latenz beantworten unterschiedliche Fragen. Der Download ist für große Dateien und hochauflösende Streams relevant. Der Upload spielt bei Cloud-Sicherungen, Videokonferenzen und selbst gehosteten Diensten eine größere Rolle. Die Latenz beeinflusst vor allem interaktive Anwendungen, Sprachverbindungen und Online-Spiele.
Ein einzelner Lauf kann durch kurzfristige Netzlast oder eine ungünstige Route abweichen. Die fortlaufende Reihe mildert dieses Problem, weil nicht ein zufälliger Messzeitpunkt den sichtbaren Wert bestimmt. Im Messbereich sehen Sie deshalb Mittelwerte und die Spannbreite der Läufe. Auch ein Mittelwert ist jedoch keine garantierte Mindestleistung. Prüfen Sie NordVPN zusätzlich auf Ihrem eigenen Anschluss und mit dem Standort, den Sie tatsächlich nutzen möchten.
Die Erreichbarkeitsprüfung des deutschen Endpunkts wurde in allen aufgeführten Prüfläufen bestanden. Das sagt etwas über die Verfügbarkeit an diesem Messpunkt aus. Es sagt nichts über absolute Bestwerte oder einen Vergleich mit anderen Anbietern. Für aktuelle Werte verweisen wir Sie erneut auf den dynamischen Messbereich.
Eigentümerstruktur und Unternehmenshintergrund
NordVPN wird von Nord Security betrieben, dem Unternehmen, dem die NordVPN-Dienste gehören. Nord Security wurde mit Unterstützung des Business-Inkubators Tesonet aufgebaut. Im April 2022 sammelte das Unternehmen in einer von Novator angeführten Finanzierungsrunde 100 Millionen US-Dollar ein. Diese Angaben zeigen, wer hinter dem Produkt steht und wie das Unternehmen finanziert wurde.
Als Jurisdiktion ist Panama angegeben. Welche Folgen das im Einzelfall für Auskunftsanfragen hat, lässt sich aus unseren Daten nicht ableiten. Wir ziehen daraus daher keine weitergehenden Schlüsse.
Sicherheit und Datenschutz: Audits und Vorfälle
NordVPN hat seine No-Logs-Zusage wiederholt von unabhängiger Seite prüfen lassen. 2023 bestätigte eine vierte Prüfung die Behauptung. 2024 folgte ein fünftes Assurance-Engagement. Dafür beauftragte NordVPN Deloitte Audit Lithuania mit der Untersuchung der IT-Systeme, der unterstützenden Infrastruktur und der No-Logs-Richtlinie. Im Februar 2025 bestand NordVPN sein sechstes unabhängiges No-Logs-Audit, ebenfalls durch Deloitte Audit Lithuania. Laut Berichten und Anbieterangaben fand Deloitte keine Hinweise, die der No-Logs-Politik widersprechen. Der Anbieter folgert daraus, dass er Verbindungsdaten von Nutzern nicht verfolgt, sammelt oder speichert.
Bei der Einordnung gilt: Ein solches Audit ist von NordVPN beauftragt. Es prüft einen definierten Zeitraum und Systemzustand und ist keine laufende Überwachung. Es ist ein belastbarer Anhaltspunkt, aber keine Garantie für alle Zeiträume danach.
Zu einem vollständigen Bild gehören auch dokumentierte Vorfälle. Im Oktober 2019 wurde bekannt, dass einer der finnischen NordVPN-Server bereits im März 2018 kompromittiert worden war. Dieser Vorfall ist ein belegter Nachteil in der Sicherheitshistorie.
Hinzu kommt ein Fall aus dem Januar 2026. Ein Hacker behauptete auf BreachForums, Quellcode von einem NordVPN-Entwicklungsserver erlangt zu haben. Nach seiner Darstellung gelang ihm das, indem er einen falsch konfigurierten Server mit Salesforce-Zugriff per Brute-Force angriff. NordVPN bestreitet, Opfer eines Datenlecks geworden zu sein. Das Unternehmen erklärte, die veröffentlichten Konfigurationsdateien stünden im Zusammenhang mit einer Drittanbieter-Plattform, für die kurzzeitig ein Testkonto bestanden habe. Sie stammten nicht aus der internen Salesforce-Umgebung oder aus Produktivsystemen. Nach Berichten über die angebliche Panne veröffentlichte NordVPN ein Sicherheitsupdate. Die Quellen liefern keine unabhängige Bestätigung für eine der beiden Versionen. Sie sollten den Fall deshalb als Behauptung und Gegendarstellung lesen, nicht als geklärten Sachverhalt.
Preise: Einführungsangebote und Verlängerungskosten
NordVPN weist auf seiner offiziellen Preisseite ausdrücklich darauf hin, dass Verlängerungspreise höher als die Einführungspreise ausfallen können und Änderungen unterliegen. Laut Support-Artikel des Anbieters werden Kunden vorab per E-Mail über Preisänderungen informiert. Das ist ein Pluspunkt bei der Transparenz, ändert aber nichts an der Höhe des späteren Betrags.
Unabhängige Analysen beschreiben die Differenz als erheblich. Nach Tom's Guide beginnt der Basic-Tarif bei 3,09 US-Dollar pro Monat bei zwei Jahren Laufzeit. Der monatliche Verlängerungspreis liege rund 288 Prozent über diesem Einführungspreis. Auch security.org beschreibt die Verlängerungspreise als in der Regel deutlich höher als die anfänglichen Angebote. Das sind fremde Analysen, keine eigenen Messungen, und konkrete Beträge können sich ändern.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Der beworbene Preis ist nicht automatisch der Preis, den Sie langfristig zahlen. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss auf der aktuellen Preisseite, welcher Betrag nach der Erstlaufzeit fällig wird.
Für wen geeignet
Wenn Sie Wert auf eine mehrfach wiederholte, externe Prüfung der No-Logs-Zusage legen, bieten die Audits von 2023, 2024 und 2025 einen nachvollziehbaren Anhaltspunkt. Beachten Sie dabei, dass es zeitpunktbezogene Prüfungen sind und der Anbieter sie selbst beauftragt hat.
Wenn Sie häufig Server in Deutschland nutzen, etwa für Verbindungen mit kurzen Wegen, sehen Sie im Messbereich Download, Upload und Latenz des geprüften deutschen Endpunkts samt Verlauf. Die Erreichbarkeit war in unseren Prüfläufen durchgehend gegeben. Ob die Werte zu Ihrem Anschluss passen, sollten Sie selbst nachmessen.
Wenn Sie auf den Preis achten, sollten Sie Einführungsangebot und Verlängerungspreis getrennt betrachten. Das gilt besonders bei zweijährigen Laufzeiten, wo die dokumentierten Aufschläge am größten ausfallen. Wenn die Sicherheitshistorie eines Anbieters für Sie ein Auswahlkriterium ist, sollten Sie den bestätigten Serverkompromiss von 2018 und die bestrittene Behauptung vom Januar 2026 kennen und selbst gewichten.
Häufige Fragen
Wie schnell ist NordVPN?
Die aktuellen Werte für Download, Upload und Latenz zeigt der Messbereich dieser Seite. Er beruht auf einer fortlaufenden Reihe über einen deutschen Endpunkt. Im Artikeltext nennen wir keine Zahlen, weil sie mit jedem neuen Lauf veralten würden.
Wurde die No-Logs-Zusage von NordVPN geprüft?
Ja. Es gab Prüfungen 2023 und 2024 sowie im Februar 2025 ein sechstes Audit durch Deloitte Audit Lithuania. Dabei wurden nach Angaben von Anbieter und Medienberichten keine Hinweise gefunden, die der No-Logs-Politik widersprechen.
Wird NordVPN bei der Verlängerung teurer?
Das kann sein. Die Preisseite des Anbieters weist darauf hin, dass Verlängerungspreise höher sein können als Einführungspreise. Unabhängige Analysen beschreiben den Aufschlag als deutlich.
Gab es Sicherheitsvorfälle bei NordVPN?
Belegt ist die Kompromittierung eines finnischen Servers im März 2018, die im Oktober 2019 bekannt wurde. Im Januar 2026 behauptete ein Hacker, Quellcode erbeutet zu haben. NordVPN bestreitet ein Datenleck und ordnet die veröffentlichten Dateien einer Drittanbieter-Plattform zu.
Gibt es ein DNS-Leak-Ergebnis?
Nein. Ein DNS-Leak-Test ist nicht Teil unserer aktuellen Messung. Wir treffen dazu weder eine positive noch eine negative Aussage.
