
Einordnung und Anbieterprofil
CyberGhost wurde in Bukarest gegründet und wird weiterhin von Rumänien aus betrieben. Seit 2017 gehört der Dienst zum börsennotierten, inzwischen in Privatbesitz überführten Konzern Kape Technologies, der mit ExpressVPN, Private Internet Access und weiteren Marken einen erheblichen Teil des kommerziellen VPN-Markts kontrolliert. Diese Konzernzugehörigkeit ist der am häufigsten diskutierte Punkt an CyberGhost: Kape hieß früher Crossrider und entwickelte damals eine Plattform, die auch für Adware genutzt wurde. Das Unternehmen hat sich 2018 umbenannt und das Geschäftsmodell gewechselt. Wer einem Anbieter nur dann vertraut, wenn die Eigentümerhistorie makellos ist, wird hier nicht glücklich. Wer auf nachprüfbare Gegenwart statt Vergangenheit schaut, findet bei CyberGhost allerdings ungewöhnlich viel dokumentiertes Material.
Der Firmensitz Rumänien ist datenschutzrechtlich ein Vorteil. Das rumänische Verfassungsgericht hat die Umsetzung der EU-Vorratsdatenspeicherung bereits 2009 gekippt, eine anlasslose Speicherpflicht für VPN-Anbieter existiert nicht, und Rumänien gehört keiner der Geheimdienstallianzen aus 5-Eyes, 9-Eyes oder 14-Eyes an.
Automatisierte Messwerte stehen noch aus
CyberGhost ist noch nicht in unser deutsches Messprogramm aufgenommen. Unsere fortlaufende Messreihe läuft über einen deutschen Rechenzentrumsanschluss und misst mehrmals täglich Download, Upload und Latenz über denselben Messpfad wie bei allen anderen Anbietern. Solange diese Reihe für CyberGhost nicht läuft, tragen wir keine Ersatzwerte ein und übernehmen auch keine Herstellerangaben oder fremde Benchmarks. Die Testnote stützt sich bis dahin auf die übrigen, belegbaren Kategorien. Sobald die Messreihe angelaufen ist, erscheinen die Werte samt Verlauf im Messbereich dieser Seite.
Datenschutz und Protokollierung
Die No-Logs-Aussage von CyberGhost wurde dreimal von Deloitte Audit Rumänien geprüft: im September 2022, im Jahr 2024 und zuletzt im vierten Quartal 2025. Die Prüfungen folgten dem Standard ISAE 3000 und umfassten laut Anbieter die Serverkonfiguration, das Änderungsmanagement und die Abläufe bei Sicherheitsvorfällen. Auffällig ist der Umfang der dritten Prüfung: Auch das Token-System für dedizierte IP-Adressen wurde untersucht. Es ist so gebaut, dass sich eine gebuchte feste IP-Adresse technisch nicht mit dem Kundenkonto verknüpfen lässt.
Dazu kommen Transparenzberichte, die CyberGhost seit 2011 regelmäßig veröffentlicht und in denen behördliche Anfragen nach Kategorien aufgeschlüsselt werden. Ein Audit bleibt trotzdem eine Momentaufnahme: Geprüft wurde die Infrastruktur zum jeweiligen Zeitpunkt, keine laufende Überwachung. Die Apps selbst sind nicht quelloffen, und einen öffentlichen Prüfbericht über die App-Sicherheit gibt es nicht. Wer maximale Nachprüfbarkeit der Software will, findet bei quelloffenen Anbietern mehr.
Funktionen und Apps
CyberGhost unterstützt WireGuard und OpenVPN, bietet einen Kill-Switch und einen Inhalte-Blocker gegen Werbung und Tracker. Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox sind vorhanden, ebenso eine App für den Fire TV Stick. Für Torrenting gibt es eigens ausgewiesene Server. Die NoSpy-Server stehen im eigenen Rechenzentrum in Rumänien und werden ausschließlich vom eigenen Personal verwaltet, das reduziert die Angriffsfläche gegenüber angemieteten Standorten.
Zwei Einschränkungen sind für technisch anspruchsvolle Nutzer relevant. Unter Linux gibt es nur ein Kommandozeilenwerkzeug, keine grafische Oberfläche. Und CyberGhost stellt keine WireGuard-Konfigurationsdateien zum Download bereit, Router-Installationen laufen nur über OpenVPN-Dateien. Eine FritzBox, die seit FritzOS 7.50 ausschließlich WireGuard-Dateien importiert, lässt sich mit CyberGhost deshalb nicht direkt verbinden.
Sicherheit und Verschlüsselung
Die Verbindungen laufen wahlweise über WireGuard oder OpenVPN, beides quelloffene und vielfach geprüfte Protokolle, verschlüsselt nach Branchenstandard mit AES-256 beziehungsweise ChaCha20. Ein proprietäres Eigenprotokoll gibt es nicht, was wir positiv werten: Die Sicherheit der Transportverschlüsselung hängt damit nicht von Vertrauensvorschuss in geheimen Code ab. Der Kill-Switch blockiert den Datenverkehr bei einem Verbindungsabriss, und der eingebaute Inhalte-Blocker filtert Werbe- und Tracker-Domains bereits auf DNS-Ebene.
Die Transparenzberichte verdienen einen genaueren Blick, weil sie seit 2011 erscheinen und damit zu den ältesten der Branche gehören. Aufgeschlüsselt werden dort die eingehenden Anfragen nach Kategorien, etwa Urheberrechtsbeschwerden, Missbrauchsmeldungen von Rechenzentren und Polizeianfragen. Die konstante Botschaft der Berichte: Anfragen gehen ein, herausgabefähige Nutzerdaten existieren nicht. Diese Aussage ist durch die Deloitte-Prüfungen zum jeweiligen Stichtag gedeckt, bleibt zwischen den Prüfungen aber eine Selbstauskunft, das gehört zur ehrlichen Einordnung dazu.
Praktische Schutzprüfungen
Unabhängig von der noch ausstehenden Geschwindigkeitsmessreihe haben wir vier Schutzfunktionen praktisch geprüft: DNS-Leak, WebRTC-Leak, IPv6-Leak und Kill-Switch. CyberGhost bestand alle vier Prüfungen. Das bedeutet konkret: keine DNS-Anfragen am Tunnel vorbei, keine Preisgabe der echten IP-Adresse über WebRTC, kein ungeschützter IPv6-Verkehr und ein Kill-Switch, der bei einem erzwungenen Verbindungsabriss den Datenverkehr blockierte, statt ihn unverschlüsselt weiterlaufen zu lassen. Solche Ergebnisse sind Momentaufnahmen der geprüften App-Versionen. Sie ersetzen keine fortlaufende Kontrolle, decken aber genau die Schutzmechanismen ab, auf die es bei der Alltagsnutzung ankommt.
Preise und Konditionen
CyberGhost verkauft laut Preisseite (Stand August 2026) drei Laufzeiten: einen Monatstarif, sechs Monate und einen langen Tarif über 26 Monate, der rechnerisch am günstigsten ist. Abgerechnet wird in US-Dollar, der tatsächliche Euro-Betrag hängt vom Wechselkurs und der Bank ab. Ein Konto deckt bis zu 7 Geräte gleichzeitig ab. Die Geld-zurück-Frist beträgt 45 Tage bei den längeren Tarifen, aber nur 14 Tage im Monatsabo. Wie bei fast allen kommerziellen VPN-Diensten steigt der Preis nach der ersten Laufzeit deutlich an, das sollte vor dem Kauf einkalkuliert werden.
Für wen geeignet
CyberGhost passt zu Nutzerinnen und Nutzern, die einen auditierten No-Logs-Dienst mit Sitz außerhalb der Geheimdienstallianzen suchen und dafür die Konzernzugehörigkeit zu Kape akzeptieren. Die 45-tägige Rückgabefrist der langen Tarife erlaubt einen ausgiebigen Selbsttest. Wer quelloffene Apps, ein Linux-GUI oder eine FritzBox-Einbindung braucht, ist bei anderen Anbietern besser aufgehoben.
Häufige Fragen
Wie schnell ist CyberGhost im Test?
Die automatisierte deutsche Messreihe ist für CyberGhost noch nicht angelaufen, deshalb nennen wir bewusst keine Geschwindigkeitswerte. Wir tragen grundsätzlich keine Ersatzwerte aus fremden Quellen ein. Sobald unsere Messungen laufen, erscheinen Download, Upload und Latenz samt Verlauf direkt in diesem Testbericht.
Speichert CyberGhost Nutzerdaten?
Der Anbieter verneint das, und die No-Logs-Infrastruktur wurde von Deloitte Rumänien 2022, 2024 und Ende 2025 nach ISAE 3000 geprüft. Die Prüfberichte bestätigen die Umsetzung zum jeweiligen Prüfzeitpunkt. Eine laufende externe Überwachung gibt es nicht, das gilt allerdings für die gesamte Branche.
Ist die Kape-Zugehörigkeit ein Problem?
Das muss jede Nutzerin und jeder Nutzer selbst abwägen. Die Vorgängerfirma von Kape verdiente Geld mit einer Plattform, über die auch Adware verbreitet wurde. Dem stehen heute drei unabhängige Prüfungen, laufende Transparenzberichte und ein Sitz in Rumänien gegenüber. Wer Konzernstrukturen grundsätzlich meidet, findet unabhängige Alternativen im Vergleich.
Funktioniert CyberGhost auf der FritzBox?
Nein. Die FritzBox importiert seit FritzOS 7.50 nur WireGuard-Konfigurationsdateien, und CyberGhost stellt solche Dateien nicht bereit. Router-Einrichtungen sind nur mit OpenVPN-fähigen Geräten möglich.
Eignet sich CyberGhost für Streaming und Torrenting?
Der Anbieter weist eigene Serverkategorien für Streaming-Dienste und für Filesharing aus und bewirbt beide Anwendungsfälle aktiv. Ob ein bestimmter Streaming-Dienst zuverlässig funktioniert, ändert sich erfahrungsgemäß laufend, weil die Plattformen VPN-Adressbereiche sperren und Anbieter nachziehen. Eine dauerhafte Zusage lässt sich daraus nicht ableiten, die 45-tägige Rückgabefrist der langen Tarife reicht aber aus, um die eigenen Dienste in Ruhe zu prüfen.